Gesamtarbeitsvertrag

Soziale Verantwortung übernehmen

Allpura setzt sich schon seit 30 Jahren, damals noch unter dem Namen VSGU Verband Schweizerischer Gebäudereinigungs-Unternehmen, für faire und fortschrittliche Arbeitsbedingungen ein. Die ersten Gesamtarbeitsverträge wurden ab 1985 zwischen einzelnen Regionalsektionen von Allpura und den Gewerkschaften GBI und Syna geschlossen und regelten insbesondere die Mindestlöhne sowie die Arbeitszeiten. 2004 trat der erste allgemeinverbindliche GAV Reinigung für die Deutschschweiz in Kraft, dem alle Betriebe ab 600 Stellenprozenten unterstanden. 2007 wurde die Allgemeinverbindlichkeit auf Betriebe ab sechs Mitarbeitenden ausgeweitet. Es wurde die Berufskategorie Spitalreiniger eingeführt und der VPOD (Verband des Personals öffentlicher Dienste) schloss sich als Vertragspartner an. Seit 2012 sind die Lohnbestimmungen des GAV durch die erleichterte Allgemeinverbindlichkeit für sämtliche Reinigungsbetriebe in der Deutschschweiz gültig.

Seit der GAV gültig ist, haben sich die Löhne der Mitarbeitenden in der Reinigungsbranche durch die Erhöhung der Mindestlöhne, aber auch durch die Einführung eines 13. Monatslohnes um mehr als 20 Prozent erhöht. Der GAV Reinigung wird zwischen Allpura und den Sozialpartnern Unia, Syna und VPOD jeweils für die Dauer von zwei bis fünf Jahren abgeschlossen.

Kontrolle und Umsetzung des GAV

Zuständig für die Umsetzung des GAV Reinigung ist die Paritätische Kommission Reinigung (www.pk-reinigung.ch), in der Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit je sieben Vertretern paritätisch teilnehmen. Die PK Reinigung führt durch ihre Geschäftsstelle unter anderem jährliche Lohnbuchkontrollen bei über 250 Reinigungsunternehmen durch (2015: 153 Schweizer Arbeitgeber, 7 Personalverleihbetriebe, 81 Entsendebetriebe und 12 Selbstständige), ist zuständig für den Einzug der Vollzugskostenbeiträge und entwickelt und organisiert die Weiterbildungskurse, die über die Vollzugskostenbeiträge finanziert werden.

Lohnentwicklung dank GAV 2016–2017

Nachdem die Löhne seit 2011 jährlich um durchschnittlich 2,5 Prozent angehoben worden waren, wurden sie für 2016 auf dem erreichten Niveau stabilisiert. Für 2017 ist eine weitere Erhöhung um durchschnittlich 1,5 Prozent vorgesehen. Die Branche hält damit an ihrem Versprechen fest, mittels verbesserter Lohn- und Arbeitsbedingungen die Attraktivität der Berufe in der Gebäudereinigung kontinuierlich zu steigern.

2017 erhalten somit angelernte Unterhaltsreiniger bis zum vollendeten dritten Dienstjahr einen Monatslohn von CHF 3'706.75, bis und mit sechs Jahren Berufserfahrung CHF 3'726.45 und jene mit 6 Jahren und mehr CHF 3'785.60. Spezialreinigungsmitarbeitende erhalten monatlich mindestens CHF 4'120.80 resp. CHF 4'594, wenn sie mehr als vier Jahre Berufserfahrung haben oder über einen Lehrabschluss EFZ verfügen. Spezialreiniger über 24 Jahre mit eidgenössischer Berufsprüfung (BP) oder mit mehr als zwei Jahren Berufserfahrung nach einem Lehrabschluss erhalten CHF 5'284.05. Dies sind Mindestlöhne und inkl. 13. Monatslohn gerechnet.

Daneben wurden einige kleinere Änderungen vorgenommen. So konnte für die Arbeitszeiterfassung eine arbeitsgesetzkonforme, aber branchengerechte Formulierung gefunden werden. Neu erfolgt die Überstundenabrechnung per Ende April und nicht bereits Ende März. Für alle Berufskategorien besteht ein Anspruch auf Feiertagsentschädigung respektive bezahlte Feiertage.

GAV 2018–2020

Die Verhandlungen für den GAV, der ab 2018 Gültigkeit haben soll, wurden Mitte 2016 wieder aufgenommen. Er soll insbesondere eine weitere Stärkung der Weiterbildung bringen und Lohnerhöhungen an die Absolvierung einer bestimmten Anzahl von Fortbildungsmodulen koppeln. Voraussetzung dafür sind gute Deutschkenntnisse. Entsprechende Kurse werden von der PK Reinigung seit Jahren angeboten und finanziert.

Die Verhandlungen werden voraussichtlich im Januar 2017 abgeschlossen werden. Damit könnte der Entwurf den für die Genehmigung zuständigen Versammlungen der Sozialpartner im Frühjahr unterbreitet und Mitte Jahr beim SECO für die Genehmigung eingereicht werden.

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